Trostworte


Psalm 139

Herr, du erforschst mich und kennst mich.
Von allen Seiten umgibst du mich und hälst deine
Hand über mir.
Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch,
ich kann sie nicht begreifen.
Wohin soll ich gehen vor deinem Geist und
Wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?
Führe ich gen Himmel, so bist du da.
Bettete ich mich bei den Toten, siehe, auch da bist du.
Nähme ich Flügel der Morgenröte
Und bliebe am äußersten Meer,

so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten

Klagegebet

Gott, lass dich fragen: "Darf ich schreien?"
Ich weiß, dass ich dich fragen darf.
Der Himmel über uns - zerrissen.
Selbst das bisschen Licht der Nacht - zerbrochen.
Finsternis und bodenloser Abgrund!
Dunkelheit, die in die tiefste Tiefe geht!
ch will schreien, doch die tote Finsternis verschluckt mein Rufen.
Ich will Antwort auf mein Schreien,
doch das Dunkel umlagert mein Ohr und gibt keine Antwort.
Ich will schreien zu dir, Jesus,

 

und ich weiß, dass ich das darf,
denn du hast Gethsemane erlebt,
wie dich die Finsternis der ganzen Welt zu Boden gedrückt hat.
Jesus, komm, wir wollen gemeinsam rufen nach dem Vater,
von dem wir uns verlassen fühlen.
Wir wollen klagen und anklagen,
bis seine Antwort so mächtig wird, dass sie unsere Nacht aufbricht
und wir ihn wieder an unserer Seite spüren.
Gott, ich sehe dich nicht - schau auf mich!


Ein Blatt

Es weht der Wind ein Blatt vom Baum,
von vielen Blättern eines.
Das eine Blatt, man merkt es kaum,
denn eines ist ja keines.

Doch dieses Blatt allein
bestimmt kurz unser Leben.
Drum wird dieses Blatt allein
ein Leben lang uns fehlen.